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Tel:  030 - 707 25 840
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Jugendwerkstatt "Statt Knast"
Nogatstraße 31
12051 Berlin

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Nachbarschaftsheim
Neukölln e.V.
www.nbh-neukoelln.de

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Jugendgerichtsgesetz [JGG]

Was ist das Jugendgerichtsgesetz?
Wenn  Du als junger Mensch eine Straftat begangen hast, wirst Du nicht wie ein Erwachsener behandelt. Für Jugendliche, die wegen ihrer Straftaten zum Gericht müssen, gibt es ein besonderes Gesetz: Das Jugendgerichtsgesetz (JGG). Das JGG berücksichtigt das Alter und den Entwicklungsstand von Jugendlichen.
 
Für wen ist das Jugendgerichtsgesetz zuständig?
Das Jugendgerichtsgesetz gilt für alle Jugendlichen im Alter von 14 bis 18. Für Heranwachsende zwischen dem 18. und dem 21. Geburtstag gilt das Strafrecht für Erwachsene. Wenn ein Heranwachsender in seiner Entwicklung aber noch wie ein Jugendlicher ist, dann kann das JGG auch für ihn gelten. Welches Strafrecht angewendet wird, entscheidet der Richter.
 
Welche Strafen gibt es im Jugendgerichtsgesetz?
Zum einen gibt es die Erziehungsmaßregeln. Dies sind erzieherische Maßnahmen, mit dem Ziel, Deine Entwicklung zu fördern. Es werden Weisungen erteilt (Ableisten von gemeinnützigen Hilfsdiensten, so genannte “Freizeitarbeiten“, man erhält eine Betreuungsweisung und/oder muss an einem Sozialen Trainingskurs bzw Anti-Gewalt-Kurs teilnehmen) und es kann angeordnet werden, dass man zum Beispiel bestimmte Menschen oder Orte nicht besuchen darf.
 
Zum zweiten gibt es die Zuchtmittel. Zuchtmittel sind kurze Strafen, mit denen dem Jugendlichen ein Denkzettel mit erzieherischer Wirkung verpasst wird: Man kann eine Ermahnung, eine Verwarnung und/oder eine Auflage bekommen (Schaden wiedergutmachen, Freizeitarbeiten leisten, eine Geldbuße zahlen oder sich persönlich entschuldigen) oder man muss in den Jugendarrest. Ein Arrest kann bis zu vier Wochen dauern.
Zum dritten gibt es die Jugendstrafe. Eine Gefängnisstrafe nach dem JGG dauert mindestens 6 Monate und längstens 10 Jahre. Lebenslängliche Haftstrafen gibt es für Jugendliche nicht.
 
Eine Jugendstrafe zwischen 6 Monaten und zwei Jahren kann zur Bewährung ausgesetzt werden, das heißt, der Verurteilte muss nicht ins Gefängnis. Dafür muss er sich regelmäßig bei seinem Bewährungshelfer melden und erhält verschiedene Bewährungsauflagen, zum Beispiel jeden Wohnungswechsel beim Gericht zu melden oder seinen Arbeitsplatz nicht aus eigener Schuld zu verlieren. Hält er sich nicht an die Auflagen oder begeht während der Dauer der Bewährungszeit eine neue Straftat, wird die Bewährung allerdings widerrufen. Dann droht eine Jugendstrafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt wird, und der Jugendliche muss ins Gefängnis.
 
Wird mein Urteil irgendwo aufgeschrieben?
Alle Maßnahmen und Strafen, die Jugendliche in einem strafrechtlichen Verfahren erhalten haben, werden im Bundeserziehungsregister eingetragen. Auskunft bekommen nur ermittelnde Behörden wie die Staatsanwaltschaft bzw. das Gericht, Gefängnisse und Jugendämter. Alle Einträge werden gelöscht, wenn man 24 Jahre alt geworden ist, sofern keine Jugendstrafe im Zentralregister eingetragen ist.
Eine Gefängnisstrafe ist eine echte Jugendstrafe und wird im Bundeszentralregister eingetragen, egal ob sie zur Bewährung ausgesetzt worden ist oder nicht. Wenn keine neue Straftat begangen wird, wird sie nach fünf bis zehn Jahren wieder gelöscht.
 
Steht in meinem Führungszeugnis, dass ich Freizeitarbeiten ableisten musste?
Wenn jemand zum Beispiel Freizeitarbeiten ableisten musste, an einen Sozialen Trainingskurs teilnehmen musste oder eine Betreuungsweisung bekommen hat, dann steht davon nichts im Führungszeugnis, weil dies keine echten Jugendstrafen sind. Auch eine Jugendstrafe bis zu zwei Jahren kommt nicht ins Führungszeugnis, wenn man Bewährung bekommen hat. Sonst stehen Jugendstrafen grundsätzlich im Führungszeugnis, bis sie gelöscht werden.
 
Bin ich vorbestraft, weil ich Freizeitarbeiten machen musste?
Nein, weil Freizeitarbeiten keine echte Jugendstrafe sind. Über alles, was nicht im Führungszeugnis steht, darf man schweigen, z.B. wenn man in einem Bewerbungsgespräch danach gefragt wird.
 
Kann ich bestraft werden, wenn ich noch nicht 14 Jahre alt bin?
Wer noch nicht vierzehn Jahre alt ist, gilt als Kind und ist deswegen nicht strafmündig. Kinder können für eine Straftat nicht strafrechtlich verfolgt werden. Das bedeutet, Staatsanwaltschaft und Jugendgericht werden nicht tätig. Allerdings wird bei Straftaten, die von Kindern begangen werden, das Jugendamt informiert, das sich dann wahrscheinlich bei den Eltern des Kindes meldet. Das heißt, auch die Straftaten von Kindern bleiben nicht folgenlos.